Tag Archives: Volkswirtschaft

So wurde wissenschaftlicher Usinn zu Allgemeingut – und – Darum schweigen die Lämmer 

 

Die Sendung „Die Anstalt“ vom 7.11. ist so wichtig, dass sie jeder sehen sollte! Darin wird aufgearbeitet, wie eine Ideologie in Wissenschaft, Medien und Bevölkerung durchgesetzt werden konnte, die wissenschaftlicher Unsinn ist, der „Neoliberalismus“:

https://www.zdf.de/comedy/die-anstalt/die-anstalt-vom-7-november-2017-100.html 

Der zugehörige Faktencheck ist hier zu finden:  https://www.zdf.de/comedy/die-anstalt/fakten-im-check-der-anstalt-118.html 

Der Neoliberalismus führte, zusammen mit anderen Faktoren, in die Wirtschaftsdepression ab 1929, zur Machtübernahme von radikalen Kräften in Europa und letztlich zum 2. Weltkrieg (und es gibt erschreckende Parallelen zur heutigen Situation). Die Wege, die aus diesem Chaos herausführten, in den USA der New Deal, wurden von der sogenannten Mont Pèlerien Gesellschaft unter Beschuss genommen und die eigene Ideologie in einer beispiellosen Lobbyarbeit mit großer Ausdauer durchgesetzt. In den 1960er Jahren verschwand dann offensichtlich der ordoliberale Flügel aus der MPS und der Marktradikalismus ist seitdem die vorherrschende Ideologie in deren Lobbyarbeit. Mehr im Artikel von Sebastian Müller:

https://makroskop.eu/2017/11/mont-pelerien-society-vom-schneeball-zur-lawine

Warum ist der Neoliberalismus unwissenschaftlich?

Nun, wenn ein Wirtschaftsmodell verbreitet wird, das aus einem einzigen Haushalt besteht und in dem keinerlei komplexe Interaktionen vorgesehen sind, kann das nur zu falschen Schlüssen über Wirtschaft oder Wirtschaftspolitik führen. Dieses Modell blendet z.B. vollständig aus, dass für Wirtschaftswachstum wachsende Ausgaben und daher wachsende Einkommen notwendig sind, es blendet Unterschiede in der Sparquote zwischen Haushalten mit niedrigem und hohem Einkommen aus, es hat kein Modell zur Betrachtung von Verteilungseffekten, keines zur Unterscheidung von Haushaltsarten wie Personen, Unternehmen, Staat oder Ausland. Und es ist zudem geschmückt mit falschen Annahmen, z.B. „S=I“, also Sparen = Investition. Faktisch gibt es zwischen Sparen und Investition weder einen finanztechnischen Zusammenhang, noch einen zwingenden motivativen. Allein letzteres führt das ganze Modell ad absurdum. Wer ganze Bereiche an unbestreitbarer Logik kategorisch ausklammert, betreibt keine Wissenschaft sondern eine Ideologie.

Darum schweigen die Lämmer

Viele fragen, wenn all die Fakten, die den gemeinen Nachrichten widersprechen stimmen, warum setzen sie sich dann nicht durch? Die Antwort hat Professor Mausfeld: „Warum scheigen die Lämmer? Techniken des Meinungs- und Empörungsmanagements“ weiterlesen

Das Bedingungslose Grundeinkommen – ein Irrlicht

 

Das Bedingungslose Grundeinkommen wurde ja bereits in diesem Artikel vorgestellt und das Modell von Götz W. Werner und Andre Presse bewertet. Inzwischen taucht in Diskussionen vermehrt das Argument auf, dass man das „BGE“ wegen der Digitalisierung brauche. Darunter auch der Milliardär Elon Musk, sowie Siemens-Chef Joe Kaeser: weiterlesen

Betriebswirtschaft

Scheuklappen-Betriebswirtschaft darf nicht die Gesellschaft bestimmen – wie schaffen wir den Übergang zu einem nachhaltigen Wirtschaften?

In einem hervorragenden Artikel beschreibt Daniel Deimling (Hochschule Heilbronn) die Unterschiede zwischen betriebswirtschaftlichen und volkswirtschaftlichen Zielen. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht die Gewinnmaximierung im Vordergrund steht, für die es Sinn macht „Ressourcen auszubeuten, durch den Produktionsprozess Naturkapital irreversibel zu zerstören, die Lebensdauer von Produkten künstlich zu verkürzen (geplante Obsoleszenz), wissentlich Produkte zu verkaufen, die gesundheitliche Risiken bergen oder keinerlei Nutzen haben.“ Jedoch „die volkswirtschaftliche Dimension betrifft die Frage, ob ein Gut die Lebensqualität und den Wohlstand einer Gesellschaft steigert oder verringert.“ [Makroskop]. Diese Zieldifferenz betrifft auch viele wirtschaftliche Größen wie Lohnhöhe oder Schulden. Jeder möchte Überschüsse erzielen, aber das geht mathematisch nicht, weil jeder Überschuss gleichzeitig das Defizit eines anderen Marktteilnehmers ist usw.

Das Dielemma ist nun, dass die Vereinigung der Zielsetzung bisher durch die Gesetzgebung stattfand und die Bemühungen, dies zu unterbinden, immer stärker werden. Das gipfelt in den Freihandelsverträgen, wo jeder Gesetzgeber mit Milliardenklagen über entgangene Gewinnchancen rechnen muss, wenn er durch ein Gesetz eine gesamtwirtschaftliche oder gesamtgesellschaftliche Regel aufstellt, die die Gewinnmaximierung Einzelner behindern könnte. weiterlesen

Verursacht „Geld drucken“ der Notenbanken Deflation statt Inflation?

All die Prognosen, die „Gelddruckorgie“ der Notenbanken in Japan, USA und Europa würden in eine Inflation, ja sogar Hyperinflation führen, sind spätestens durch die letzten 8 Jahre widerlegt worden. Die Zentralbanken brachten in dieser Zeit eine Summe von 8 Billionen Dollar in Umlauf und trotzdem kämpft beispielsweise Europa, nicht in eine Deflationsspirale zu stürzen. Die Inflation liegt mit -0,4% bis +0,1% weit unter dem anvisierten Inflationsziel von 1 bis 2%. (Die Zusammenhänge und Irrtümer wurden bereits im Artikel Inflation – Offenbarungseid der Wirtschaftstheorie und der Zentralbanken aufgearbeitet.)

Das ist durchaus logisch, denn die Zentralbank bringt nur billige Kredite an Privatbanken in Umlauf, sie darf keinerlei Geld oder Kredite an Staaten, Unternehmen oder Privatpersonen geben. Und bei den Banken fließt diese Geld größtenteils in Spekulationsobjekte und Geldanlagen. Es ist kein Wunder, dass die Aktienkurse [Jim Rogers] und Immobilenpreise explodieren und dass Abermilliarden für Fusionen von Unternehmen aufgewendet werden (siehe beispielsweise Übernahmeangebot von Bayer an Monsanto über 62 Mrd. Dollar [Berechnungen dazu] oder die Übernahme von Kuka durch den chinesischen Konzern Midea). Die Unternehmen, die mit Geld Wertschöpfung betreiben würden, sind aber kein Stück kreditwürdiger geworden und auch Privatpersonen wollen und können sich in einem Umfeld mit hohen Ausgaben und Risiken nicht verschulden. So führt das „billige Geld“ nicht zu mehr Konsum, also nicht zu mehr Unternehmenseinnahmen, höheren Löhnen und hoher Nachfrage, also auch nicht zu höheren Preisen oder Inflation.

Der Finanzprofi David Stockmann, zwischen 1981 und 1985 Kabinettsmitglied unter dem damaligen Präsidenten Ronald Reagan, geht aber noch einen Schritt weiter. Aus seiner Sicht ist die Niedrigzinspolitik der Banken sogar an der Deflation schuld: weiterlesen

Neustart 2016 – Plusminus mit einer guten Sammlung von sinnvollen Konzepten

Einige der wahren Gründe für die Missstände

Die Vorfälle in Köln während der Silvesternacht und die Terroranschläge in Paris und Istanbul haben zu einer verschlechterten Stimmung gegenüber den Flüchtlingsströmen gesorgt.

Doch das ist nur eine oberflächliche Betrachtung.

Tatsächlich kommt die Unzufriedenheit und Angst, die jetzt zu Protesten führt und schon vorher z.B. zur Gründung von Pegida führte hauptsächlich von Missständen, die schon lange schwelen. weiterlesen

Finanzamt Berlin

Steuern verschlimmern die falsche Vermögensverteilung und Einkommensverteilung

Die Leistungsträger sollen nicht durch eine Reichensteuer vor den Kopf gestoßen werden, so hat sich Horst Seehofer einmal geäußert. Aber Fakt ist: „Reiche“ beziehen nur einen minimalen Anteil ihres Einkommens aus Arbeit und die „Reichensteuer“ die er kommentierte wäre wieder nur eine Arbeitsbesteuerung gewesen. Betrachten wir die realen Steuersätze eines mittelständischen Arbeitnehmers mit dem Steuersatz eines wirklich Reichen anhand der Daten des Statistischen Bundesamtes:

  • real bezahlter Steuersatz Leistungsträger: ø35% + Sozialversicherung + Arbeitgeberanteil.
  • realer Steuersatz „Reicher“: 2% (Durchschnitt)

Die Begriffe und die Steuersätze werden also völlig verdreht. Fakten und Berechnung weiter unten.

Durch die u.a. in diesem Artikel aufgezeigte Schulden- und Vermögensverteilung werden die Vermögenseinkommen und Schuldenzahlungen ungleich verteilt (sie verhalten sich proportional zum Vermögen).

Wie geht unser Steuerrecht damit um? Es verschlimmert die falschen Verhältnisse. Warum, lesen Sie im folgenden Beitrag…

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Inflation und Geld drucken - es war einmal

Inflation – Offenbarungseid der Wirtschaftstheorie und der Zentralbanken

Im August 2015 ist die Inflationsrate wieder einmal „überraschend“auf 0,1% gefallen und die EZB ist von ihrem Inflationsziel von 2% meilenweit entfernt, trotzdem sie im „Quantitative Easing“ 1,6 Billionen Euro an Staatspapieren von den Banken abkauft und so deren Zentralbankguthaben erhöht.

8 Billionen neues Geld und kein Wirtschaftswachstum

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Flüchtlingsströme – ein deutliches Signal zum Umdenken

Täglich kommen derzeit tausende Flüchtlinge in Europa, z.B. auf dem Münchner Hauptbahnhof an. Es ist zwar schön zu sehen, dass jetzt endlich eine Art Willkommenskultur sichtbar wird. Doch den Ankommenden zuzuwinken ist einfach. Was danach folgt, wird noch eine sehr große Herausforderung. weiterlesen

Kapitalismus oder Kommunismus? Die dunkle Seite hegelscher Dialektik

LINKS und RECHTS – NUHR ein bisschen Verblödung

das „politische Spektrum“ und die dunkle Seite der Dialektik

Dieter Nuhr erzählt süffisant, dass sich die Flüchtlinge ausgerechnet „uns, den Kapitalismus“ ausgesucht hätten und nicht die Kubas und Venezuelas dieser Welt, „wo Frau Wagenknechts Kollegen an der Macht sind“. Es sei ein „harter Schlag für Frau Wagenknecht und ihre Freunde“, dass ausgerechnet der menschenverachtende Kapitalismus der letzte Fluchtort für diese Menschen ist. „Die fliehen ja quasi aus der Menschlichkeit der islamischen Familiengesellschaft … in das Elend des beschleunigten Turbokapiatlismus.“ [Das Erste] Er nennt das deutsche Wirtschaftssystem also „Turbokapitalismus“ und wirft alles was jemals jemand als „links“ bezeichnet hat in einen Pott.

Nuhrs Meinung ist zwar insgesamt recht unrelevant. Was er sagt ist aber wieder einmal ein Beleg für die Verdummung, die die Einteilung des politischen Spektrums in links und rechts anrichtet.  weiterlesen

Sachwerte

Finanzkrise, Staatsschuldendesaster – wo ist der Ausweg?

Vielen Dank für die viele positive Resonanz auf die Artikel über die Schulden-/ Vermögensverteilung und die Entstehung von Geld durch Schulden. Die vielen Fragen nach Auswegen möchte ich in diesem Artikel beantworten.

Auswege

Auswege innerhalb des „Schuldgelds“

Die bisherige Wirtschaftswissenschaft besteht selbstverständlich nicht nur aus Ignoranten, die Volkswirtschaft auf eine Betriebswirtschafts-Perspektive reduzieren. Es gab und gibt darin durchaus Menschen, die weiter denken und es gab in der Geschichte auch Maßnahmen, die das aktuelle System annähernd nachhaltig machten. weiterlesen