Kuh vom Eis holen

Die Kuh auf dem Eis – Versagen der Weltpolitik und speziell der deutschen

Eine Kuh ist im Winter aus dem Stall entwischt. Als der Bauer sie sucht, muss er feststellen, dass sie auf dem Eis des Dorfweihers steht. Am Weiher steht auch eine kleine Menschentraube, die aus dem Tagungshaus herausgelaufen war und angeregt diskutiert. Der Bauer geht zu den Leuten, vielleicht haben diese ja schon eine Idee, was zu tun wäre. Er fragt: Sie haben ja schon eine Weile diskutiert, wie können wir die Kuh vom Eis kriegen?

  • Donald Trump sagte, was soll das Gerede? Ich gehe jetzt hin und schubse sie zurück ans Ufer.
    Darauf der Bauer: Sie sehen doch, dass sie mit ihren Kufen kaum stehen kann. Wenn Sie sie schubsen, fällt sie um, mit dem Aufprall wird das Eis brechen und am Ende wird sie jämmerlich ertrinken! Und Sie vielleicht gleich mit, wenn Sie daneben stehen!
  • Da konnte sich Christian Lindner, der Handpuppe des Zeitgereisten Friedrich August von Hayek war, nicht mehr zurückhalten. Es ist viel zu gefährlich, wenn jemand weiteres aufs Eis geht. Wir müssen das modern betrachten. Die unsichtbare Hand des Marktes muss wirken. Wir müssen nur alle staatliche Fürsorge, Seile und alles andere entfernen, dann wird sich das Problem von selbst lösen. Wir müssen nur ihre private Initiative ermöglichen!
    Darauf der Bauer: Ich sehe nirgendwo Seile, keine unsichtbare Hand und zu viel Fürsorge ist sicher nichts das, was die Kuh gerade in Schwierigkeiten bringt. Wir sollen die Kuh also dort lassen, sie zappelt sich ab, rutscht herum und quält sich, bis sie irgendwann erfroren ist?
  • Claudia Roth von den Grünen sprach: Wir müssen sie einfach überzeugen, dass es besser für sie ist, wenn sie ans Ufer kommt. Darauf der Bauer: Das wäre ja ganz nett aber leider versteht die Kuh Ihre Sprache nicht und wird Sie einfach nur dumm ansehen. Und besser laufen kann sie dadurch auch nicht!
  • Aus Frauke Petry schoss es heraus: Wenn es nicht so viele Asylbewerber und Islamisten gäbe, dann wäre die Kuh gar nicht auf das Eis gekommen! Der Bauer schüttelte den Kopf. Ich habe weder beim Stall, noch hier am Weiher einen Ausländer oder ein Kopftuch gesehen.
  • Angela Merkel wusste wieder zu vermitteln: Also wie wäre es denn, wenn Herr Trump rüber geht und so tut als würde er sie schubsen, während Frau Roth versucht, sie zu überzeugen, meine Partei Kopftücher verbietet und der Rest sich, wie Herr Hayek vorschlägt, um nichts mehr kümmert und zurück ins Haus geht? Darauf der Bauer: Das ist wieder typisch für Sie, keine eigene Idee aber einen Kompromiss aus drei unsinnigen Lösungen basteln. Was zum .. ist daran besser als das was bisher gesagt wurde?
  • Nun gibt Sarah Wagenknecht ihre Zurückhaltung auf: Wir können das gemeinsam lösen, wenn jeder von uns ein Seil nimmt und wir sie gemeinsam behutsam vom Eis ziehen. Solidarität … „Halten Sie die Klappe, Ihr System hat versagt, Linke nimmt man doch gar nicht mehr ernst!“ rufen Trump, Petry, Lindner und Merkel im Chor.
  • Da reichte es dem Bauern. Er griff Steinchen und Sand vom Ufer, die er aufs Eis streute, ging zu der Kuh hin, beruhigte sie, bis sie aufhörte zu zappeln und zu rutschen. Dann führe er sie dann langsam auf Sand und Steinchen zum Ufer und zurück in den warmen Stall. Die Kuh lebte noch viele Jahre lang und gab Milch, die auch im Tagungshaus gerne getrunken und zum Backen verwendet wurde.

Wir finden heute die paradoxe Situation vor, dass die handelnden Personen die einfachsten Zusammenhänge nicht verstehen und gleichzeitig anhand von pseudokomplexen Konstrukten Situationen beurteilen, die der realen Komplexität nicht gerecht werden.

Kuh vom Eis holen

Wie bekommt man die Kuh vom Eis? So nicht… Bild: (c) Christoph Ulrich Mayer, 2017

Es gibt gerade viele Kühe vom Eis zu holen: Eine weltweite Wirtschafts-Stagnation, Verelendung ganzer Bevölkerungsschichten selbst in Europäischen Volkswirtschaften wie Griechenland oder Spanien, damit zusammenhängend aufkeimender Radikalismus, ungelöste gigantische Schieflage in der Finanzwelt, die ebenso gigantische Geschenke der Zentralbanken an Anleger, die immer noch desaströse Euro-Krise, Währungs- und Schuldenunion als tickende Zeitbombe, Instabile, aggressive Banken und kein Plan sie zu kontrollieren, 1,5 Millionen Menschen in Deutschland sind davon abhängig zur Versorgung zu Tafeln zu gehen, geduldete maffiöse Strukturen, Menschenhandel und Zwangsprostitution in vielen Städten mitten in Deutschland, Krieg und Perspektivlosigkeit fast im ganzen nahen Osten, daraus resultierend Flüchtlingsströme, mehr Krieg und Terror, Werteverfall in der Wirtschaft, Missbrauch von Tieren und Pflanzen, von starken Lobbygruppen gepushte Risikotechnologien wie „grüne“ Gentechnik und Atomkraft, 80% Rückgang der Insekten seit den 1990er Jahren* usw.

Durch ein Makeln von unsinnigen Lösungsansätzen a‘ la Merkel wird nichts besser werden, genausowenig durch beherztes Handeln eines in Diplomatie, Weltpolitik und Volkswirtschaftlich sehr speziellen Donald Trump ebensowenig. Es sieht so aus, als wenn sich eine Sammlung von allen denkbaren Ansätzen gebildet hat, wie man Probleme NICHT bewältigt.

Einige Schuld daran tragen Medien und Politiker, die jeden Lösungsansatz sofort in die zwei Pole „Links und Rechts“ oder „richtig oder falsch“ teilen, anschließend meist verurteilen oder manchmal hochjubeln. Insgesamt kann man schwer glauben, dass das alles ein Problem der Dummheit der Menschheit sei. Viel mehr drängt sich der Verdacht auf, dass das was wir heute vorfinden genau im Interesse derer liegt, die die Entscheidungen tatsächlich treffen. Auf der anderen Seite stehen aber 99% Menschen, die gutgläubig alles mitmachen und noch glauben, das sei gut für sie – oder auch „alternativlos“.

Nachhaltig kann man all das nur lösen, wenn man an den Kern der Probleme geht. Und dazu muss man die Zusammenhänge im Mikrokosmos und im Makrokosmos verstehen.

Mehr dazu im nächsten Artikel.

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About CU_Mayer

Über den Autor Nach Beginn im kaufmännischen Zweig studierte Dipl.-Ing. (FH) Christoph Ulrich Mayer, geboren 1968 in Krumbach (Schwaben), Nachrichtentechnik. Er arbeitete mehrere Jahre als Ingenieur und Projektleiter, bevor er sich 2001 mit Ingenieur-Dienstleistung, Unternehmensberatung & Coaching selbständig machte. Seit ca. 15 Jahren arbeitet er als Systemischer Coach. In dieser Zeit lernte er die unterschiedlichsten Denkweisen und Wertesysteme, auch anderer Kulturen, kennen und entwickelte somit einen Weitblick für gesellschaftliche Zusammenhänge. Durch die Beratungsarbeit in Unternehmen kennt er zudem viele Hintergründe, die die Wirtschaftsprozesse besser verstehbar machen. In jahrelanger intensiver Arbeit verfasste er das Buch "Goodbye Wahnsinn - vom Kapitulismus und Kommunismus zum menschenGerechten Wirtschaftssystem". Auf unorthodoxe Weise setzt er sich mit Lehren von Adam Smith bis Karl Marx und mit Sichtweisen von Norbert Blüm bis Sarah Wagenknecht auseinander. Sein Anliegen ist, mit seinen Erkenntnissen und Lösungen zu zeigen, dass wir eine bessere - eine nachhaltigere - Zukunft wählen können.

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