Wahlen in den USA – Trump gegen Clinton, eine übergeordnete Betrachtung

Die Wahlen in den USA stehen kurz bevor. Die Bevölkerung will am Liebsten keinen der Kandidaten. Sind es irrationale Gefühle, dass keiner der beiden Parteien die Interessen des Volkes vertreten? Keinesfalls. Wie bereits berichtet ist statistisch bewiesen, dass die Mehrheitsmeinung der Bevölkerung keinen nachweisbaren Einfluss auf politische Entscheidungen in den Vereinigten Staaten hat. Doch das faktische Zwei-Parteien-System lässt keine andere Wahl als realistisch erscheinen, es wird wohl Hillary Clinton oder Donald Trump. Diese beiden Fakten sind allein schon eine Katastrophe für das mächtigste Land der Welt.

Aber welcher der beiden Kandidaten ist die weniger schlechte Wahl? Demokratieverständnis zeigen beide nicht besonders, wenn es beispielsweise um die Justiz geht. Auf die im 3. Fernsehduell gestellte Frage, welche Richter sie im Rahmen ihrer Amtspflicht einsetzen würden antworteten sie nicht, dass es Richter sein müssen, die unabhängig und nach den Gesetzen der Legislative entscheiden sollen. Trump sagte wie aus der Pistole geschossen, er wolle Richter einsetzen, die den Paragraph 2 des Gesetzes, das Recht auf Waffenbesitz, durchsetzen sollen. Und Clinton rechtfertigte die von Trump angesprochene und kritisierte Betonung des Rechts auf Schwangerschaftsabbruch als Kriterium für die Richterwahl.

Trump widerspricht sich nicht nur ständig selbst, er glaubt auch, dass die Politik der Stärke und Vorteilsnahme, also die Isolation der USA, die beste Wahl ist. Das ist aber genau der Weg, mit den schon George W. Bush das Land in finanzielle und militärische Katastrophen geführt hat. Trump hätte gute Chancen, Bush als bisher dümmsten Präsidenten aller Zeiten (DüPaZ) abzulösen. Es ist auch mehr als unverständlich, warum ausgerechnet ein Milliardär, der seinen Vermögenskollegen Steuererleichterungen geben will, sich beispielsweise von der Waffenlobby sponsoren lässt und bestens im System vernetzt ist, als „außerhalb des Systems“ wahrgenommen wird.

Ist Clinton die bessere Wahl? Nun, ihre E-Mail-Affäre kann nicht mit dem katastrophalen Politikverständnis Trumps konkurrieren. Aber sie ist sicher nicht eine Politikerin des Volks. Als Oscar Lafontaine in den 1990ern in seiner Amtszeit als Finanzminister in den USA war, wollte er über die dringende Regulierung der Finanzwirtschaft reden und verhandeln. Wie er inzwischen mehrmals öffentlich aussagte (z.B. im Film „Wer rettet wen“ zu sehen), lachten ihn die US-Berater der Clinton-Administration aus und sagten, er glaube doch nicht, dass die Clintons die Banken regulieren, die Wallstreet habe ihren Wahlkampf finanziert.

Auf einer Ebene kann man Clinton aber getrost mehr zutrauen, in ihrer Wirtschafts- und Finanzkompetenz. Wenn man die historische Entwicklung der Haushaltsbilanz der USA ansieht, war Bill Clinton der beste Präsident aller Zeiten. Und auch was die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (GDP) anbelangt, war er erheblich besser als die Bush-Präsidenten. Und er zettelte keinen Krieg an.

Hier der Zusammenhang Staatshaushalt, Präsidenten und wichtige Ereignisse im zeitlichen Verlauf:

USA Staatsbudget und korellierende Ereignisse

USA Budget 1789 bis 2011 mit Ereignissen (siehe auch: Menschen-gerechte-Gesellschaft.de)

Receits: alle Staatseinnahmen; Outlays: alle Staatsausgaben der USA, Wenn wir die Staatsverschuldung auf Regierungsebene betrachten, war Bill Clinton der beste Präsident aller Zeiten, George W. Busch hat das Größe Loch aller Zeiten in den Staatshaushalt gerissen und Barack Obama hat es verwaltet.

Auch mit der Senkung des Spitzensteuersatzes hat Trump unrecht, die Historie zeigt, dass eine Senkung vom jetzigen Niveau die Staatsverschuldung massiv verschlimmern würde und der Wirtschaft nicht helfen würde sondern die Binnenwirtschaft weiter schwächen würde.  Die Senkung des Spitzensteuersatzes von im 2. Weltkrieg bis zu 94% (den zahlten übersetzt auf heute nur Mulitmillionäre und Milliardäre) auf 65% unter J.F. Kennedy schadete dem Staatshaushalt und der Wirtschaft offensichtlich nicht. Die noch weiteren Absenkungen allerdings schon. Das ist auch gut erklärbar, dazu in anderen Artikeln mehr.

Um ein noch klareres Bild zu bekommen, sehen wir uns einmal die Entwicklung der (Gesamtmenge der) Staatsverschuldung von 1929 bis 2011 an.

Staatsverschuldung der USA in Relation zum Bruttoinlandsprodukt der USA (BIP 1929 = 100%)

Staatsverschuldung der USA in Relation zum Bruttoinlandsprodukt der USA (BIP 1929 = 100%)

 

 

Hier die ausführlichere Analyse.

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About CU_Mayer

Über den Autor Nach Beginn im kaufmännischen Zweig studierte Dipl.-Ing. (FH) Christoph Ulrich Mayer, geboren 1968 in Krumbach (Schwaben), Nachrichtentechnik. Er arbeitete mehrere Jahre als Ingenieur und Projektleiter, bevor er sich 2001 mit Ingenieur-Dienstleistung, Unternehmensberatung & Coaching selbständig machte. Seit ca. 15 Jahren arbeitet er als Systemischer Coach. In dieser Zeit lernte er die unterschiedlichsten Denkweisen und Wertesysteme, auch anderer Kulturen, kennen und entwickelte somit einen Weitblick für gesellschaftliche Zusammenhänge. Durch die Beratungsarbeit in Unternehmen kennt er zudem viele Hintergründe, die die Wirtschaftsprozesse besser verstehbar machen. In jahrelanger intensiver Arbeit verfasste er das Buch "Goodbye Wahnsinn - vom Kapitulismus und Kommunismus zum menschenGerechten Wirtschaftssystem". Auf unorthodoxe Weise setzt er sich mit Lehren von Adam Smith bis Karl Marx und mit Sichtweisen von Norbert Blüm bis Sarah Wagenknecht auseinander. Sein Anliegen ist, mit seinen Erkenntnissen und Lösungen zu zeigen, dass wir eine bessere - eine nachhaltigere - Zukunft wählen können.

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