Kann eine ideale Gesellschaft überleben?

Vorab: Katalonien 2017 und die spanische Revolution 1936

In Katalonien findet derzeit eine Bürgerbewegung für die Unabhängigkeit der Region statt. Unser Qualitätspresse stempelt das als den Versuch einer wirtschaftlich starken Region ab, Ausgleichszahlungen loszuwerden. Sie vergisst aber zu erwähnen, dass Barcelona eine ganz andere Tradition hat, die hier eine große Rolle spielt. Die Stadt war nämlich 1936 das Zentrum der spanischen Revolution des Anarchismus, einer Gesellschaftsform, die damals als Ideal erfahren wurde und viele große Geister von Hemmingway über Orwell bis hin zu Willy Brandt inspirierte. Mehr dazu unten. Heute fühlen sich viele Spanier durch ihre Regierung betrogen aber nur die Katalanen haben den Mut, dagegen aufzustehen, das ist der wahre Hauptgrund für das was aktuell passiert. Es ist Ausdruck des Widerstands gegen eine arrogante Machtelite in der EU und einigen ihrer Staaten, genauso wie der Brexit.

Eine weitere Frage sollte gestellt werden: Was wiegt höher, das Völkerrecht, das das Recht auf Selbstbestimmung garantiert, oder das spanische Recht, das eine Separation nicht duldet? Die EU-Politiker haben Angst vor dem Verfall der EU und stellen sich auf die Seite Spaniens. Aber nicht die Katalanen betreiben die Spaltung Europas, sondern sie selbst.

 

Kann eine ideale Gesellschaft überleben? Ein Ansatz, eine theoretische Grundlage dafür zu bilden

Die meisten Menschen sind unzufrieden mit dem Zustand unserer Gesellschaft und mit der Entwicklung in der Welt. Ungerechtigkeit, immer mehr Gewalt bis hin zu Terror und Amokläufen, ständiger Verrat der Ideale und Werte sind täglich spürbar und füllen die Nachrichten.

Wenn es aber darum geht, ein gesellschaftliches Ideal zu schaffen, dann scheitert es im Wesentlichen daran, dass die Mehrheit der Menschen daran zweifelt, dass es funktionieren kann. Es gibt beispielsweise mehrere Vorschläge, wie man ein Wirtschaftssystem anders gestalten kann aber die Angst, den Wohlstand und die Konkurrenzfähigkeit zu anderen Ländern wie China zu verlieren, ist zu groß.

Unser menschliches Bedürfnis ist, in Freundschaftlichkeit und Liebe mit anderen zusammenzuleben. Unsere Wirtschaftstheorie lehrt uns, dass nur aus Konkurrenz Wachstum und Überlebensfähigkeit entsteht. Und Kriege und Terrororganisationen wie der IS zeigen uns, dass wir schnell verlieren könnten, wenn wir unsererseits auf Durchsetzung und Gewalt verzichten. Wir vertrauen unseren Idealen nicht und gehen lieber den Weg der Angst, daraus resultierend Sicherheit und Kontrolle. Weder der eine, noch der andere Weg ist jedoch für sich genommen einer, der in eine positive Zukunft führen würde.

 

Was wir zur Überwindung brauchen

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So wurde wissenschaftlicher Usinn zu Allgemeingut – und – Darum schweigen die Lämmer 

 

Die Sendung „Die Anstalt“ vom 7.11. ist so wichtig, dass sie jeder sehen sollte! Darin wird aufgearbeitet, wie eine Ideologie in Wissenschaft, Medien und Bevölkerung durchgesetzt werden konnte, die wissenschaftlicher Unsinn ist, der „Neoliberalismus“:

https://www.zdf.de/comedy/die-anstalt/die-anstalt-vom-7-november-2017-100.html 

Der zugehörige Faktencheck ist hier zu finden:  https://www.zdf.de/comedy/die-anstalt/fakten-im-check-der-anstalt-118.html 

Der Neoliberalismus führte, zusammen mit anderen Faktoren, in die Wirtschaftsdepression ab 1929, zur Machtübernahme von radikalen Kräften in Europa und letztlich zum 2. Weltkrieg (und es gibt erschreckende Parallelen zur heutigen Situation). Die Wege, die aus diesem Chaos herausführten, in den USA der New Deal, wurden von der sogenannten Mont Pèlerien Gesellschaft unter Beschuss genommen und die eigene Ideologie in einer beispiellosen Lobbyarbeit mit großer Ausdauer durchgesetzt. In den 1960er Jahren verschwand dann offensichtlich der ordoliberale Flügel aus der MPS und der Marktradikalismus ist seitdem die vorherrschende Ideologie in deren Lobbyarbeit. Mehr im Artikel von Sebastian Müller:

https://makroskop.eu/2017/11/mont-pelerien-society-vom-schneeball-zur-lawine

Warum ist der Neoliberalismus unwissenschaftlich?

Nun, wenn ein Wirtschaftsmodell verbreitet wird, das aus einem einzigen Haushalt besteht und in dem keinerlei komplexe Interaktionen vorgesehen sind, kann das nur zu falschen Schlüssen über Wirtschaft oder Wirtschaftspolitik führen. Dieses Modell blendet z.B. vollständig aus, dass für Wirtschaftswachstum wachsende Ausgaben und daher wachsende Einkommen notwendig sind, es blendet Unterschiede in der Sparquote zwischen Haushalten mit niedrigem und hohem Einkommen aus, es hat kein Modell zur Betrachtung von Verteilungseffekten, keines zur Unterscheidung von Haushaltsarten wie Personen, Unternehmen, Staat oder Ausland. Und es ist zudem geschmückt mit falschen Annahmen, z.B. „S=I“, also Sparen = Investition. Faktisch gibt es zwischen Sparen und Investition weder einen finanztechnischen Zusammenhang, noch einen zwingenden motivativen. Allein letzteres führt das ganze Modell ad absurdum. Wer ganze Bereiche an unbestreitbarer Logik kategorisch ausklammert, betreibt keine Wissenschaft sondern eine Ideologie.

Darum schweigen die Lämmer

Viele fragen, wenn all die Fakten, die den gemeinen Nachrichten widersprechen stimmen, warum setzen sie sich dann nicht durch? Die Antwort hat Professor Mausfeld: „Warum scheigen die Lämmer? Techniken des Meinungs- und Empörungsmanagements“ weiterlesen

Seit 1990 verblöden wir – warum? Chemikalien sind eine heiße Spur.

Wer mit Lehrern redet, die seit 30 oder mehr Jahren tätig sind, hört immer wieder ähnliche Aussagen: Würden sie dieselben Prüfungen stellen wie vor 20 Jahren, würden die Hälfte oder gar 90% durchfallen. Vor allem die Fähgikeit zu vernetztem Denken habe rapide nachgelassen.

Als 2006 der Film „Idiocracy“ erschien, sagte er eine Zukunft voraus, in der die Menschheit immer mehr verblödet. Bei einer Auswertung der IQ-Tests, die jeder skandinavische Wehrpflichtige bei der Aufnahme ablegen muss, fanden Wissenschaftler heraus, dass der IQ bis 1990 stieg, seitdem aber kontinuierlich fällt. Inzwischen weiß man, das trifft auf alle untersuchten Länder zu.
Hier eine Doku auf ARTE dazu:
https://www.arte.tv/de/videos/069096-000-A/umwelthormone-verlieren-wir-den-verstand/

Ein sehr interessanter Bericht. Wenn man es in wenigen Worten zusammenfassen will: Die Entwicklung der Schilddrüse hat einen sehr starken Einfluss auf die menschliche Intelligenz. Vor allem während der Schwangerschaft haben Jodmangel oder bestimmte Chemikalien einen signifikant negativen Einfluss auf die Intelligenz von Kindern. Außerdem fand man heraus, dass die Elemente aus der Gruppe des Periodensystems von Jod, Fluor, Chlor und Brom, Moleküle bilden, die in ihrer Bauform den Schilddrüsenhormonen sehr ähnlich sind. Im Körper werden diese anstatt der Schilddrüsenhormone verwendet, haben da aber eine völlig andere Wirkung. Vor allem bromhaltige Flammschutzmittel, chlorbasierte Pestizide, Triphosan, Phtalate und PCB sind nachweislich für Fehlentwicklungen des Gehirns verantwortlich. Auch Autismus ist im gleiche Zeitraum massiv gestiegen, in Australien um 600% und könnte damit zusammenhängen.

„Menschlich gesehen ist es schrecklich zu sagen, wir müssen abwarten, bis Generationen von Kindern geopfert wurden. Wie können wir das zulassen?“ Thomas Zoeller, University of Masachusetts, USA

Leider können sich engagierte Chemiker den Mund fusselig reden, die Chemielobby gewinnt in Brüssel bisher immer.

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Arbeitslosenquote in Deutschland, Spanien, Griechenland, Italien, Portugal

Warum ist Deutschland erfolgreicher als der Rest des Westens? Und: Die ganze Wahrheit über Ihr Einkommen

War die Agenda 2010-Politik erfolgreich?

War die Agenda 2010 erfolgreich? Das scheint eine Kernfrage zu sein, um die sich der Bundestags-Wahlkampf 2017 dreht. Nun,  dazu gehört eine zweite Frage: Für wen oder was war sie erfolgreich?

Reduziert auf eine einzige Zahl ja…

Auf den ersten Blick hat Deutschland alles richtig gemacht. Im Vergleich zu dem Rest Europas und den USA hat man an Konkurrenzfähigkeit gewonnen und erzielt immer höhere Exportüberschüsse. Die Arbeitslosenquote ist nominell ebenfalls relativ niedrig. Das sagt der Lobbyverband „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“: Vor der Agenda 2010 war das: 5,3% Arbeitslosigkeit (4,86 Mio.). Heute sei die Arbeitslosigkeit halbiert, 2016 lag sie bei 2,8 Millionen.

Nun, sehen wir uns das doch mal genauer an. Die  Agende 2010 wurde 2003 bis 2005 umgesetzt. Seit 2005 ist tatsächlich die Arbeitslosigkeit in Deutschland gesunken. Im Europäischen Ausland genauso, das war also konjunkturell bedingt. Ab 2008 ist sie aber bei den Europäischen Nachbarn massiv gestiegen. Gibt es da einen Zusammenhang? weiterlesen

Angela Merkels Politik Desaster

Das Merkel-Desaster

Kürzlich erschien ein Interview mit Vertretern der „Generation Raute“ in der ZEIT. Damit sind die jungen Menschen der „Generation Z“ gemeint, die gerade ins wahlberechtigte Alter kommen und in ihrer Lebenszeit nichts anderes bewusst erlebt haben als Angela Merkel an der Regierung. Die Interviewten Videoblogger und „Influencer“ sind darüber selbst überrascht, dass sie jetzt überlegen, doch selbst Merkel zu wählen. Weil es uns doch irgendwie gut geht und weil sie sich durch die Entscheidung, 1 Millionen Flüchtlinge aufzunehmen, ihren Respekt erworben hat. Diese Wahrnehmung ist nachvollziehbar aber grundfalsch.
Angela Merkels Politik ist aber auf vielen Ebenen ein Desaster, deshalb ist es eine Gewissensfrage, darüber aufzuklären. Ich möchte das respektvoll der Person gegenüber formulieren, aber mit aller Klarheit.

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Kuh vom Eis holen

Die Kuh auf dem Eis – Versagen der Weltpolitik und speziell der deutschen

Eine Kuh ist im Winter aus dem Stall entwischt. Als der Bauer sie sucht, muss er feststellen, dass sie auf dem Eis des Dorfweihers steht. Am Weiher steht auch eine kleine Menschentraube, die aus dem Tagungshaus herausgelaufen war und angeregt diskutiert. Der Bauer geht zu den Leuten, vielleicht haben diese ja schon eine Idee, was zu tun wäre. Er fragt: Sie haben ja schon eine Weile diskutiert, wie können wir die Kuh vom Eis kriegen? weiterlesen

Tatsächlich wird die Rente durch Produktivitätssteigerung finanziert. 2030 sieht es dann symbolisch so aus... (c) Christoph Ulrich Mayer 2017

Das Rentenproblem ist nicht das, worüber alle reden

Als ich in den 1980er Jahren meine Lehre begann und mich ein Berater der lokalen Bank beriet, wies er mich schon darauf hin: Ich habe mal eine sehr kleine Rente zu erwarten, weil durch den Pillenknick in der Geburtenrate 2030 von jedem Arbeitenden ein Rentner bezahlt werden müsse. Ich habe geglaubt, dass das ein Problem ist, ich habe auch auf die gesetzliche Rente geschimpft und habe in den 90ern eine Kapitallebensversicherung abgeschlossen. Reingefallen! Sie auch?

Doch es ist nicht alles so, wie es auf den ersten Blick aussieht und was mein Bankberater, später alle sogenannten Finanzberater (die in Wirklichkeit Verkäufer sind), die Springer-Medien, allen voran die Bild-Zeitung, die FDP, die Schröder-SPD und so viele mehr über die Rente erzählt haben, war doch alles nur eine Kampagne der Versicherungskonzerne. Denn sie haben dafür gar keine Lösung!

Jegliche Wirtschaftsleistung wird immer von denen erbracht, die sie jetzt gerade leisten. Es ist nicht möglich, heute Kartoffeln anzupflanzen und in 30 Jahren zu essen, es ist nicht möglich, Altenpflege heute zu erbringen und in 50 Jahren zu „konsumieren“. Sie kann erst dann in Anspruch genommen werden, wenn sie entsteht, also 2030 oder wann immer. Daher ist JEDE Rente ein Umlagesystem.

Die aktuelle Diskussion um die Rente ist eine Farce, denn sie schließt elementare Erkenntnisse aus. Angela Merkel geht sogar so weit, der Gewerkschaft (DGB) vorzuwerfen, sie würde der AFD in die Hände spielen, weil sie es wagt, unsere Rentengestaltung zu kritisieren. Was für eine perfide Argumentation. Aber sehen wir uns doch mal die Fakten an. weiterlesen

Evolution der Gesellschaft vom Homo Ökonomikus zur Staatsgesellschaft (c) 2017 Christoph Ulrich Mayer

Der Homo Ökonomikus ist seit 100.000 Jahren ausgestorben!

Die Evolution zeigt: Der Stärkere wurde durch das Kollektiv abgelöst, die Gemeinschaft ist dem aggressiven Individuum überlegen. Mehr Details unten und: Was bedeutet das für die Wirtschaftstheorie?

Die jüngsten Funde von urzeitlichen Schädeln und 130.000 Jahre alten Werkzeugen auf Zypern lassen darauf schließen, dass Menschen in der Frühsteinzeit 10% mehr Gehirngröße hatten als der moderne Mensch und sogar schon zum Schiffsbau fähig waren. Der Frontallappen im Gehirn ist seither aber kontinuierlich gewachsen. Forscher gehen davon aus, dass wir das beobachten, das auch bei der Untersuchung von Haustieren im Vergleich zu ihren wilden Artgenossen zu beobachten ist: „Von den rund 30 Tiergruppen, die von Menschen domestiziert wurden, hat jede einzelne 10 bis 15 Prozent ihrer Gehirnmasse im Vergleich zu der ursprünglichen Art verloren. Dieses Phänomen geht unter anderem mit reduzierter Aggressivität, einer zierlicheren Statur, kleineren Zähnen und flacheren Gesichtern einher. Merkmale, die alle mit den Veränderungen, die der moderne Mensch durchlaufen hat, korrespondieren.“ [heise.de]

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Das Bedingungslose Grundeinkommen – ein Irrlicht

 

Das Bedingungslose Grundeinkommen wurde ja bereits in diesem Artikel vorgestellt und das Modell von Götz W. Werner und Andre Presse bewertet. Inzwischen taucht in Diskussionen vermehrt das Argument auf, dass man das „BGE“ wegen der Digitalisierung brauche. Darunter auch der Milliardär Elon Musk, sowie Siemens-Chef Joe Kaeser: weiterlesen

Datenrisiken gehen auch Sie an – Teil 2 Potentiell jeder Internet-Nutzer kompromittiert

„Wer nicht mit hinreichender Sicherheit überschauen kann, welche ihn betreffende Informationen in bestimmten Bereichen seiner sozialen Umwelt bekannt sind, und wer das Wissen möglicher Kommunikationspartner nicht einigermaßen abzuschätzen vermag, kann in seiner Freiheit wesentlich gehemmt werden, aus eigener Selbstbestimmung zu planen oder zu entscheiden. Mit dem Recht auf informationelle Selbstbestimmung wären eine Gesellschaftsordnung und eine diese ermöglichende Rechtsordnung nicht vereinbar, in der Bürger nicht mehr wissen können, wer was wann und bei welcher Gelegenheit über sie weiß.“ Das Bundesverfassungsgericht, Urteil bzgl. Volkszählung[i], 1987 weiterlesen